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Land & Leute

 

 Geographie

Jordanien ist – trotz seiner kleinen Küste am Golf von Aqaba – ein Binnenland; seine zentrale Lage im mittleren Osten macht es strategisch wichtig. Es ist das Tor zu Africa, Europa und Asien.

Jordanien liegt an der Grenze der südöstlichen Mittelmeerküste und im nordöstlichen Teil der arabischen Halbinsel. Seine Fläche beträgt etwa 90.000 km² und es herrscht ein semitrockenes Klima.

Das jordanische Staatsgebiet ist identisch mit dem früheren Transjordanien, dem Land jenseits des Jordan. Jordanien ist damit in etwa so gross wie Österreich und halb so gross wie die Bundesrepublik Deutschland. Die grösste Ausdehnung beträgt von Nord nach Sued 450 km, von West nach Ost zwischen 150 km und 380 km. Die politischen Grenzen orientieren sich bis auf wenige Ausnahmen nicht an topographischen Gegebenheiten. Die Grenze zu Israel wurde 1949 de facto festgelegt und durch den 6-Tage-Krieg 1967 veraendert. Durch den Friedensvertrag mit Israel 1994 erhielt Jordanien einen schmalen Landstreifen im Wadi Araba zurueck. Die Grenze zu Saudi-Arabien wurde 1925 im Hadda-Vertrag festgelegt, wobei 1965 in beiderseitigem Einvernehmen eine Grenzkorrektur erfolgte, deren wichtigstes Ergebnis eine Verlängerung der jordanischen Küstenzone am Golf von Aqaba war. Die Grenze zu Syrien wurde von den Mandatsmaechten England und Frankreich nach dem 1. Weltkrieg festgelegt.
Jordanien gliedert sich von West nach Ost in drei geographische Zonen: das Jordantal, das Berg-land und die Wüste. Jede Zone hat ihre eigenen Charakteristika.

a. Die Wüste
Mehr als vier Fünftel Jordaniens sind Wüste (meist Stein- und Lavawüste, seltener Sandwüste) oder wüstenartige Steppe. Diese Gebiete gehören zur Grossen Syrischen Wüste oder zur Nordarabischen Wüste. Hier regnet es nur im Winter, und dann auch nur sehr selten; lediglich auf Hügeln und kleinen Bergen findet sich spärliche Vegetation.

 Die heutige Hedschas-Eisenbahn bildet ungefähr die Grenze zwischen dem Hügelland und den endlosen Trockengebieten der Wüste. Das jordanische Wüstengebiet weist zwei grosse Senken auf: al-Azraq im Norden und al-Jafr im Süden. Jede der beiden Einsenkungen ist viermal so gross wie das heutige Tote Meer. Die Bedingungen für menschliches Leben waren früher bedeutend besser als heute. Dies belegt eine grosse Zahl von Fundstellen aus der Zeit zwischen 125000 und 10000 v.Chr. Noch um 7000 v.Chr. besass dieses Gebiet eine reichere Vegetation als heute. Noch in der Omayyadenzeit wurde in Teilen der heutigen Wüste Landwirtschaft betrieben.


b. Das Bergland
Nach Westen zu muendet die Wüstensteppe in ein Hochplateau, das durch tief eingeschnittene Flüsse oder Wadis (Trockentaeler) gegliedert wird. Zwischen den Wadis liegen einige fruchtbare Hochebenen. Diese Hochebenen liegen in durchschnittlich 900 m, einzelne Berge überragen sie bis zu 1854 m Höhe. Im Westen fällt dieses Plateau zur grossen Grabensenke schroff ab.

 
c. Das Jordantal
Das Jordantal erstreckt sich ueber 104 km vom See Tiberias bis zum Toten Meer. Das Ghor (arabische Name) liegt unterhalb des Meeresspiegels und ist Teil einer grossen Senke, die vom Jordangraben, dem Toten Meer und dem Wadi Araba gebildet wird. Sie ist 8 bis 20 km breit, 104 km lang und ist mit 413 m unter dem Meeresspiegel die tiefste Landessenke der Erde. Dieser grösste Grabenbruch der Erde beginnt in Nordsyrien, verlängert sich in der Beka'a-Ebene im Libanon, setzt sich im Roten Meer fort und reicht bis Ostafrika. Das Ghor ist der Bereich, in dem der Jordan gelegentlich sein Bett ändert. Das Ghor wird von der eigentlichen flachen Senke umschlossen und bildet den fruchtbarsten Teil Jordaniens. Am Rand des Ghor erstrecken sich karge, zerklüftete Huegel.

Jordanien liegt im Uebergangsbereich zwischen Mittelmeer und Wüstenklima. Die Einflüsse des Mittelmeeres sinken mit wachsender Entfernung. Man unterscheidet eine Regenzeit von November bis April und einen regenfreien Sommer zwischen Mai und Oktober. Übergangsjahreszeiten gibt es nicht. Relativ regenreich ist lediglich das Westgebirge des jordanischen Hochplateaus (etwa 700 Millimeter jährlich). Aqaba ist vom Winter kaum betroffen.
 

Temperaturen:
Die höchsten Durchschnittstemperaturen im Sommer liegen in der suedlichen Hochebene bei 32°C, und im Jordantal bei 35-38°C. Im Winter hingegen herrschen auf der Hochebene Temperaturen von 12-15°C. In der südlichen Wüste erreicht man Tiefstwerte, die bis auf 1-4°C sinken können; gelegentlich fällt dort auch Schnee. Im Jordantal dagegen erreichen wir Durchschnittswerte von 21°C, die selten unter 8-10°C fallen.

 Fauna:
Wildkatzen, Wölfe, Wildschweine und Steinböcke sind selten geworden. Wildesel, Antilopen und Bären sind seit Beginn unseres Jahrhunderts ausgerottet. Bis ins Mittelalter gab es in Jordanien auch Löwen, Geparden und Leoparden. Heimisch sind nach wie vor Hyäne, Schakale, Füchse, Marder, Hasen und Stachelschweine. Die Hortiviper und die Palaestinaviper sind hochgiftig, ebenso die Schwarze Witwe, eine schwärzliche Kugelspinne, und der Gelbe und Schwarze Skorpion. Besonders in Petra, aber auch in den anderen Ruinenstädten, ist Vorsicht geboten, wenn man Steine aufhebt oder sich auf den Boden setzt. 

Bevölkerung :
Jordanien hat mittlerweile 4.8 Millionen Einwohner mit einem jährlichen Bevölkerungswachstum von 3,4 %. 1963 waren es einschliesslich der jetzt von Israel besetzten Westbank nur 750000 Einwohner. Das Land ist dünn besiedelt; es kommen etwa 25 Einwohner auf einen km². Amman hat inzwischen wohl knapp 1.8 Mill. Einwohner. Die Bevölkerung konzentriert sich auf die Gebiete im Westen und Nordwesten. Nomaden gibt es kaum mehr.
Jordanien ist ein arabisches Land. Minderheiten (unter 1 %) sind Armenier,Tscherkessen, Sudanesen und Kurden. Die Zahl der arabischen Palästinenser liegt bei etwa 44%.

 
Religion:
Etwa 93 % der Bevölkerung sind sunnitische Moslem, 3 % sind Schiiten. Die Christen, etwa 4 %, teilen sich auf in Armenische, Melchitische, Römisch-katholische und griechisch-orthodoxe, es gibt aber auch Mitglieder protestantischer Kirchen

Praktishe Informationen

 

Währung:

Der Jordanische Dinar besteht aus 1000 Fils oder 100 Piastern. Banknoten betragen 50, 20,10,5,1,1/2 JD. Es gibt ½, 1, 2 ½ , 5, 10 Piaster Münzen, ¼ Dinar, ½ Dinar und ein Dinar Münzen.
Geldwechsel ist bei Banken oder Wechselstuben möglich. Die Öffnungzeiten der Banken sind von 8:30 bis 15:00 Uhr.
Der Dinar-Wechselkurs ist: 1 Euro = 0.90 JD (September 2003)

Kreditkarten wie Visa, Mastercard und American Express werden in Hotels, bei Mietwagen Agenturen, Touristengeschäften und Restaurants akzeptiert.


Öffnungzeiten:

Freitags und Samstags sind Ämter, Banken und Büros geschlossen, ansonsten täglich zwichen 8:00 und 15:00 Uhr geöffnet.
Die Geschäfte öffnen von 9:00 bis 19:00 Uhr, die meisten haben eine Mittagspause zwischen 13:00 und 15:00 Uhr.


Offizielle Feiertage:

Jordanier haben folgende Feiertage:

01.januar  Neujahr
30. januar   König Abdullahs II Geburtstag
01. Mai   Tag der Arbeit
25.Mai   Tag der Unabhaengigkeit
10. Juni   Tag der arabischen Renaissance

14.November

König Husseins Geburtstag
Die Christen feiern am 25. und 26. Dezember Weihnachten


  

Stromversorgung:

Jordaniens Stromnetz liefert 220 V / 50 Hz Wechselstrom.

 

Trinkgelder:

In Jordanian verhält man sich wie in Europa : es gilt als angemessen, ein Trinkgeld von etwa 10 – 15 % vom Rechnungsbetrag zu hinterlassen.

 

Notruf:

Polizei-Notruf: 192
Erste Hilfe: 199

Sprachhilfe

  Sprachhilfe

Arabisch ist die offizielle Sprache Jordaniens. Englisch wird von den meisten Jordanier gesprochen.
Wِrter, die Türe ِffnen:
 

Mar-haba Guten Tag
Sabah al-khair Guten Morgen
Ahlan wa sahlan Willkommen
Assalaam alaikum Grüss Gott
Ma’assalamah Auf Wiedersehen
Min fadlik Bitte (f)
Min fadlak (m)
Shukran Danke schِn
Na’am Ja
La Nein
Ma’a Wasser
Qahwa Kaffee
Shai Tee
Wahad Eins
Tenayn Zwei
Talatah Drei
Arba’a Vier
Khamsa Fünf
Sita Sechs
Saba’a Sieben
Tamanya Acht
Tisa’a Neun
Ashara Zehn

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Amman 

Das heutige Amman wurde erst 1878 gegründet, als die Osmanische Regierung Tscherkessen hier ansiedelte. In einer Konferenz wurde Amman zur Hauptstadt des Emirats Transjordanien unter Prinz Abdallah gemacht, das seit 1946 Haschemitisches Königreich Jordanien heisst. Die bescheidene Kleinstadt entwickelte sich seither zur Millionenstadt. Bei einem Bauvorhaben am Stadtrand stiess man auf Reste einer Siedlung aus der Steinzeit. Auch zur Bronzezeit war das heutige Stadtgebiet bewohnt. Aus der Eisenzeit stammen bedeutende Siedlungsreste. Das ammonitische Rabbat‑Ammon lag oberhalb der YabbokQuelle. Die Stadt war nie von Israeliten bewohnt und unterstand nur für kurze Zeit David und Salomo. In der Davidsgeschichte tuacht die Stadt zweimal auf: Nach 2. Sam 10-12 schickte David Gesandte, um Hanun, dem König von Ammon, sein Beileid anlaesslich des Todes von dessen Vater zu überbringen. Doch die Gesandten wurden wie Spione behandelt und entehrt. Die zweite Ueberlieferung findet sich in 2. Sam 17,27: Der Ammoniter Schobi muss bald nach der Teilung des israelitischen Grossreiches vor seinem Sohn Absalom fliehen. Als dieser nach dem Tod Salomos David aus Rabbat-Ammon unterstützt, machen sich die Ammoniter selbstaendig. In hellenistischer Zeit erlangt die Stadt wieder Bedeutung. König Ptolemaios Il. Philadelphos (285-246), gab der Stadt zu Ehren seiner Schwester und Gattin den Namen Philadelphia. Der Name sollte für die nächsten 900 Jahre gelten. 218 v.Chr. erobert der Seleukide Antiochos III. die Stadt. Der Niedergang des Seleukidenreiches machte die Handelswege immer unsicherer, sodass die Nabatäer die Stadt besetzten. Pompeius stellte sie unter roemische Oberhoheit und machte sie zu einem Mitglied der Dekapolis. Herodes d.Gr. konnte Philadelphia zwar erobern, aber nicht halten.

Die eigentliche Blütezeit begann nach der Eingliederung in die Provicia Arabia unter Kaiser Trajan. Aus dieser Zeit stammen die gewaltigen Ruinen der Zitadelle, das Forum und das Theater, das besterhaltendste Gebäude der Antike, das heute noch benutzt wird. Auf der oberen Terrasse der Zitadelle steht heute der Qasr, ein Teil des Omayyadenpalastes. Mit der Verlegung der Residenz von Damaskus nach Bagdad im Jahr 750 begann der Abstieg der Stadt, die folglich im Mittelalter völlig verfallen war.

 

 Jerash (Gerasa)
Das moderne Jerash überbaut den östlichen Teil des antiken Gerasa, zumeist liegen antike Wohngebiete unter den Häusern. Dagegen bietet die ausgegrabene und z.Z. restaurierte Stadt mit ihren Heiligtümern, den Säulenstrassen und öffentlichen Bauwerken das anschaulichste Beispiel einer römischen Stadt in Jordanien.

Gerasa ist uralter Siedlungsboden. Steinzeitfunde sowie ein ummauertes Gebiet mit Töpferware aus der Früh- und. Mittelbronzezeit zeugen von langer Besiedelung. Grundmauern deuten auch auf hellenistische Besiedlung hin. Ein General Alexanders soll der Gründer der Stadt gewesen sein, doch drängt sich auf Grund der uralten Keramik als Zeitpunkt für seine Grüdung eher die Epoche unter den Seleukidenkönigen Antiochos III. Oder IV. auf. Um 84 v.Chr. wird die Stadt von den Juden besetzt und erst 63 v.Chr durch Pompeius befreit. Mit Gerasa, Mitglied der Dekapolis, ging es nun bergauf. Die günstige Verkehrslage brachte durch weitreichende Handelsbeziehungen vermehrt Wohlstand. Zwischen 22 und 24 n.Chr. wurde der Zeustempel errichtet, 75-76 folgten der Cardo Maximus (die Hauptstrasse) und die Stadtmauer. Gleichzeitig wird der Dionysostempel (unter der Kathedrale) gebaut. Das Südtheater, das 3500 Menschen Platz bot, ist gut erhalten. Kaiser Hadrian besuchte die Stadt 129/30. Ihm zu Ehren wurde der Triumphbogen ausserhalb der Mauern errichtet. Der Cardo erhielt durch die Errichtung korinthischer Säulenkolonaden ein neues Gesicht. Der Artemistempel wurde gebaut, sowie ein zweites Theater. Der Niedergang des römischen Reiches im 3. Jahrh. brachte auch für Gerasa den Abstieg. Statt neuer Bauten waren nur noch Ausbesserungen und Umbauten möglich.
Im Verlauf der Christianisierung wurden die Tempel in Kirchen umgewandelt. Bis 611 entstanden 15 Kirchen mit prächtigen Mosaikfussboden in der Stadt. Aber auch Omayyaden besiedelten die Stadt im 7. Jahrh.1878 siedelte die türkische Regierung Tscherkessen an, die aus Russland vertrieben worden waren.

 

Pella
Abseits der grossen Touristenströme künden einige einsame in karger Landschaft stehende Säulen vom Glanz dieser Stadt. Seit dem 4. Jahrtausend v.Chr. ist der Ort besiedelt. Ägyptische Texte des 19. Jahrh. v. Chr. nennen ihn Pihilum oder Pehel.
Er mag etwa 5000 Einwohner gehabt haben. Die heute kahlen Hügel der Landschaft müssen damals also bewaldet gewesen sein. Nach dem Eroberungszug Alexanders d. Gr. wurde die Stadt von makedo
nischen Veteranen, die hier 310 angesiedelt wurden, "Pella" genannt, vielleicht eine Angleichung an den Geburtsort Alexanders in Makedonien. Eine typisch griechische Stadt entstand, mit Tempeln, einem Gymnasium und einer Agora (Markplatz). Eine Brandschicht bezeugt ihre Zerstörung durch den Makkabaerkönig Alexander Jannäus (Jannai) 83/82. Die Einwohner wollten nicht versprechen, jüdische Bräuche anzunehmen. Nach 63 v.Chr. betrieb Pompeius Pellas Wiederaufbau. Gleich anderen Orten der Dekapolis erklärte er auch Pella für "selbständig", selbstverständlich unter römischer Oberhoheit. Wie sicher damals diese Gegend war, zeigt der Verzicht auf jegliche Befestigung. Ein Odeion, ein kleines Theater, ist aus dieser Zeit erhalten. Die Blütezeit der Stadt fällt jedoch ins 5. und 6. Jahrh. n. Chr. Eusebus, der Verfasser einer Kirchengeschichte, schrieb im 4. Jahrh., dass die christliche Urgermeinde kurz vor Ausbruch des jüdischen Aufstandes gegen die Römer 66 n.Chr. Jerusalem verliessen und nach Pella auswanderte. Als für seine heissen Quellen weithin bekannter Badeort, wurde Pella nun Bischofsstadt und wurde mit Kirchen ausgestattet.

Noch heute ernennt die kath. Kirche einen Titularbischof von Pella. Vor Pella bahnte sich im Januar 635 eine folgenschwere weltpolitische Wende an: Moslemische Truppen schlugen vor der Stadt ein starkes byzantinisches Heer. Die Stadt hiess nun Fahl, aber die christliche Bevölkerung konnte sich noch etwa 100 Jahre lang behaupten. Mehrere Erdbeben ruinierten die Stadt endgültig. 747 n.Chr. wurde sie unbewohnbar.

 

Umm Qais (Gada ra)
Die Landschaft um Gadara ist äusserst beeindruckend. Im Norden liegen die Golanhöhen, die von Israel besetzt sind. Darunter fliesst tief eingeschnitten der Yarmuk mit seinen heissen Quellen. Über den See Tiberias hinweg sieht man weit bis zum Berg Tabor, dem Berg der Verklärung Christi. Im Süden streckt sich das zerklüftete Wadi elArab dem Jordan zu. Die uns bekannte Geschichte der Stadt reicht weit in die hellenistische Epoche zurück. Alexander Jannaeus zerstörte auch sie, doch erst seit Pompeius spielte sie als Glied der Dekapolis eine grössere Rolle. Über Jahrhunderte hinweg war Gadara ein Zentrum. griechischer Kultur, das viele Philosophen und Dichter hervorbrachte.Theodorus, der Lehrer des Kaisers Tiberius stammt von hier. Matthäus 8,28 bezeugt einen Besuch Jesu in der Stadt, wo die Besessenen von Gadara geheilt wurden.

 

Die Wüstenschlösser

Nach dem Tod des Propheten Mohammed verliessen die Muslime ihre Heimat und verbreiteten ihren Glauben. Geführt wurden sie von den Kalifen (Stellvertreterrn) Mohammeds: Abu Bakr (632-34), Omar (634-44), Othman (644-56) und dem Schwiegersohn des Propheten Ali (656-61). Othman setzte Muawija aus der Familie der Omayaden in Damaskus als Statthalter ein, der sich nach Alis Tod zum Kalifen erklärte.

Mit der Herrschaft der 0mayyaden (661-750) verlagerte sich das Machtzentrum von Mekka und Medina nach Damaskus. Syrien wird für ein Jahrhundert Mittelpunkt eines Reiches, das sich vom Atlantik zum Indus erstreckt. Die neuen Herrscher schmückten den Orient mit prunkvollen Bauten: die 0mayyadenmoschee in Damaskus, der Felsendom in Jerusalem, der luxuriöse Winterpalast des Kalifen Hischam bei Jericho. Die Freizügigkeit und Toleranz der Omayyaden brachte die ersten eigenständigen Formen einer islamischen Kunst hervor.
Das Nomadenerbe lebte allerdings in den Kalifen und ihren Verwandten fort.
Bei diesen Wüstenpalästen handelt es sich wohl grösstenteils um Bauten für das Leben der Prinzen, Fürsten und Kalifen, die in der Einsamkeit der Wüstensteppe ihre Sehnsucht nach der fernen Heimat stillten. Natürlich wollten sie in der Wüste auf den Luxus und Komfort der Städte Syriens nicht verzichten. So entstanden Wohngebäude mit Bädern, Thronhallen und Höfe mit Brunnen, Gärten mit kleinen Teichen und Wildparks. Die spielerisch leichte Ausgestaltung der Räume mit Stuck- und Mörtelverzierungen zeigt grosse künstlerische Qualität
Walid II. dichtete seinen eigenen Grabspruch:

"Weisse Haare - was tut's ?
Feinde - wer schert sich darum ?

Ich liebte in meinen Tagen: Schöne Frauen, gleich Statuen, Wein, Sklaven, Rosse, um das Wild zu jagen."

 

Qasr al-Hallabat

Etwa 65 km von Amman von Amman entfernt liegt das römische Kastell und spätere Omayyaden­Schloss Qasr al-Hallabat. Das Kastell entstand wahrscheinlich unter Kaiser Marc Aurel, der hauptsächlich an der Donau gegen die Markoniannen kämpfte, und sollte die Wüstengrenze kontrollieren. Unter Caracalla wurde das Kastell zur Festung ausgebaut, unter Justinian erneuert. Die Omayyaden bauten es am Anfang des 8. Jahrh. zum Schloss um.

 

Qasr al-Azraq

Das Schloss ist nabatäischen Ursprungs und wurde mitten in einer Oase als Handelsraststätte benutzt. Römer bauten es in eine Festung gegen die Beduinen um. Im 8. Jahrh. kamen die Omayyaden nach Azraq und das Kastell wurde zum Schloss. Der Kalif ging in der Umgebung auf die Jagd: Löwen und Luchse, Gazellen und Antilopen nutzen die Sumpfseen damals als Tränke. In der Osmanenzeit war das Schloss Militärstützpunkt, und der Engländer Lawrence von Arabien quartierte sich hier im Winter 1917-18 vor der Eroberung von Damaskus ein.

 

Madaba

Madaba wird in 4.Mose 21,30 erstmals erwähnt. Als moabitische Stadt fiel sie damals dem Amoriterkönig Sichon zu. Nach dessen Niederlage gegen die Israeliten ging sie in den Besitz des Stammes Ruben über. König Mescha gliederte sie seinem Reich an. Später war sie zwischen Juden und Nabatäern umstritten. In der byzantinischen Zeit bildete sie ein kulturelles Zentrum mit beträchtlicher Ausstrahlung.
Die Mosaikkarte v
on Madaba in der Georgskirche wurde 1887 entdeckt, Die griechisch-orthodoxe Gemeinde der Stadt wollte an dieser Stelle eine Kapelle mit Pfarrhaus und Friedhof bauen. Wenn heute beträchtliche Teile zerstört sind, liegt dies weniger an der damaligen Unachtsamkeit als an früheren Brandeinwirkungen und Erdbestattungen in der Kirche.
Die Karte reichte ursprünglich von Ägypten im Süden bis zur phönizischen Küste im Norden. Ein spätantikes Ortslexikon, das "Onomastikon" des Bischofs Eusebios von Caesarea, diente dem Mosaik a
ls Grundlage. Die Verlässlichkeit der Karte ist erstaunlich. Bedeutsam ist das Mosaik durch die vogelschauartige Darstellung Jerusalems. Die Bezeichnung der Ortsnamen ist aus der Bibel übernommen. Jerusalem mit dem Grab Jesu in der Mitte ist das heilige Zentrum der Welt. Die Karte ist somit ein christliches Glaubenszeugnis.
Wann ist diese Karte entstanden ? Sie zeigt in Jerusalem die Theotokoskirche, die am 20.11.542 geweiht wurde. Somit ist die Karte auf nach 542 zu datieren.

 

Der Berg Nebo

”Mose stieg aus den Steppen Moabs hinauf auf dem Nebo, ... und der Herr zeigte ihm das ganze Land.” (5. Mose 34,1) Von diesem 710 m hohen Dschebel es Syagha aus reicht der Blick weit ins Jordantal und zum Toten Meer. An klaren Tagen ist sogar Jerusalem zu sehen.
Der Berg ist seit alters her der Verehrung des Mose gewidmet. Um 394 n.Chr. war seine Spitze zu einem Wallfahrtsort mit einem Kloster geworden, das wohl noch 1217 bestand und irgendwann am Ausgang des Mittelalters zur Ruine geworden war.
Bei den Ausgrabungen wurden die Mosaiken entdeckt, deren Pracht die Besucher heute beeindruckt.

 

Machairos (Machärus)

Machärus liegt auf einem 700 m hohen Hügel oberhalb des Toten Meeres. Erst unter dem Hohepriester und jüdischen König Alexander Jannäus (103-76) wurde der Berg befestigt, um die Territorialgewinne gegen nabataische Angriffe zu sichern. Gabinius, der Feldherr des Pompeius, liess die Festung 57 v.Chr. schleifen. Der Neuaufbau erfolgte unter Herodes d.Gr. um das Jahr 30 v.Chr. Wie im gleichzeitig befestigten Masada am anderen Ufer des Toten Meeres kombinierte Herodes auch hier Festung und Palast. Das 100 m lange und 60 m breite Hügelplateau trug nicht nur 3 Türme, sondem Palastgemächer und eine luxuriöse Badeanlage. In diesen Thermen wurden Spuren von Mosaikböden gefunden. Nach dem Tod Herodes d.Gr. fiel Machärus an seinen Sohn Herodes Antipas (4 v.-39 n. Chr). Seine zweite Ehe mit Herodias, der Frau seines Halbbruders, führte zu öffentlicher Kritik. Vor allem Johannes der Täufer predigte gegen diese Verbindung. So wurde er in Machärus eingekerkert. Wie der jüdische Schriftsteller Josephus berichtet, fürchtete Herodes Antipas die politische Ausstrahlung des Täufers. Mt 14,3‑12 nennt als unmittelbaren Anlass für die Enthauptung des Johannes eine Geburtstagsfeier des Herodes, bei der Salome, die Tochter der Herodias, tanzte und einen freien Wunsch erwirkte. Auf Drängen der Mutter erbat sie das Haupt Johannes des Täufers. Im jüdischen Aufstand gegen Rom 66-70 n. Chr. war die Festung von Anfang an in der Hand der Rebellen. Auch nach der Eroberung Jerusalems durch Titus im Jahr 70 blieb Machärus ein Widerstandsnest, wiederum vergleichbar mit Masada. Im Jahr 72 belagerte der römische Legat Lucilius Bassus die Festung und umschloss den Hügel mit einer Umschanzung. Die Römer schütteten einen Damm auf und bauten ihn als Rampe aus, um die Mauern mit schwerem Belagerungsgerät erstürmen zu können. Doch anders als in Masada ergaben sich die Juden gegen freien Abzug. Die Römer zerstörten die Festung bis auf die Grundmauem.

 

Petra

Chronologie des nabatäischen Königreiches und Petras
Um das 6. Jahrh. v.Chr. wandern nabatäische Stämme nach Edom ein. Sie begründen ein Reich, das sich zunächst zwischen Aqaba und der Mittelmeerküste erstreckt und legten ein Netz von Handelswegen an. Ein Stammesführer namens Haretat (Aretas) errang um 169 v. Chr. Siege, die ihn dazu bewogen, den Königstitel anzunehmen. Zwischen 103 und 76 v.Chr. bekämpften er und seine Nachfolger den Hohenpriester und König der Juden Alexander Jannaeus. Aretas III. (87-62 v.Chr.) dehnte das Reich bis nach Damaskus aus. Er schloss Frieden mit den Juden und prägte Münzen.
Im Süden erstreckte sich sein Herrschaftsgebiet weit ins heutige Saudi-Arabien hinein. Auf Grund der römischen Eroberung Syriens durch Pompeius 63 v. Chr. musste Aretas III. einige Gebiete abtreten. Doch der Frieden, den die Römer garantierten, brachte das nabatäische Reich zum Blühen. Nach der kurzen Herrschaft Obadas Il., der als erster Nabatäerkönig als Gottkönig betrachtet wurde, bestieg Malichus 1. (60-30 v. Chr.) den Thron. Seine Freundschaft mit Rom hatte wachsenden Wohlstand zur Folge. Doch im Jahr 40 v.Chr. brachte ein Einfall der Parther die Gegend aus dem Gleichgewicht. Malichus beging den Fehler, sich für die Parther zu entscheiden. Die Römer liessen ihn, nachdem sie die Parther zurückgeschlagen hatten, nur gegen einen riesigen Tribut auf dem Thron. Zudem wurde der jüdische König Herodes d. Gr. zu einem gefährlichen Nachbarn, der mehrfach gegen die Nabatäer Krieg führte.
Den Höhepunkt des nabatäischen Reiches bildete die Regierung König Aretas IV.
(9 v. - 40 n. Chr). In dieser Zeit wurden die bedeutendsten Bauwerke Petras errichtet; gleichzeitig jedoch verst
ärkte sich der römische Einfluss. Der Bedarf der Römer an Luxusgütern aus Arabien und Indien schuf dem Händlervolk der Nabatäer einen unvergleichlichen Wohlstand.
Überall entstanden Bewässerungsanlagen; man brachte die Wüste zum Blühen. Malichus II. unterstützte die Römer bei der Belagerung Jerusalems im Jahr 70 n.Chr. Die Geschäfte der Nabatäer liefen weniger gut, als die römische Flotte im Roten Meer die Karawanen durch Nabatäa ablöste und die Warenströme über Ägypten und den Nil liefen. Auch die Konkurrenz der Handelsroute über Mesopotamien wurde spürbar. Der letzte König Rabel Il. (70-106) gab sich den Namen Soter, d.h. Retter seines Volkes.
Kurz nach seinem Tod eroberte Kaiser Trajan kampflos Nabatäa und machte es zur Provinz Arabia mit der Hauptstadt Bosra. Nach und nach wurde das Land christianisiert; Kirchen traten an die Stelle der heidnischen Kultstätten. Im Jahr 363 verwüstete ein Erdbeben Petra. Die Stadt geriet langsam in Vergessenheit.

Die Felsengräber

Die Wohngebäude und Paläste waren aus weniger widerstandsfähigem Material, wogegen die grossen, aus den Felsen gehauenen Gräber fast unversehrt erhalten blieben. War Petra also eine Totenstadt?.

Es gibt vier Haupttypen von Gräbern: Die Blockgräber sind freistehende Gräber,  deren leere Fassade mit Halbsäulen verziert ist. Die Felsengräber besitzen eine Grabkammer, die in den Felsen gehauen ist. Die Fassaden sind prachtvoll im alexandrinisch Stil gechmückt. Das Grab Khazne Firaun (“Schatzhaus des Pharao”) war ein Königsgrab. Am Rande der Stadt sind die Treppen- und Zinnengräber.

 

BETHANIEN 

 Eröِffnung der Taufstätte Jesu

Die Taufstelle
von Jesus von Nazareth liegt rund 1500 Meter östlich des Jordans im Herzen der Bethanienregion, nordöstlich des Toten Meeres auf jordanischem Boden und wurde unter Planung und Leitung eines köِniglichen Komitees von internationalen Archäologenteams ausgegraben, um es Besuchern, darunter vielen Pilgern aus aller Welt, zugänglich zu machen. Neben dem Bau neuer Zufahrtsstrassen und eines etwa 1000 Meter entfernt von der archäologischen Stätte liegenden Besucherzentrums mit traditionellem Markt sind die Errichtung einer Kapelle einer Gedächtnisstätte für Johannes den Täufer sowie gepflasterte Wege für den Besucher geplant. Darüber hinaus wird ein Wasserleitungssystem Besuchern ermöglichen, das gleiche Quellwasser zu berühren, mit dem schon Johannes der Täufer seine Taufzeremonien durchführte. Den Besuchern soll erlaubt werden, bis ans heilige Ostufer des Jordans zu treten, genauso wie Jesus und Johannes es vor fast 2000 Jahren taten.

Die spirituelle Atmosphäre des Ortes, das öِkologische Gleichgewicht, sowie die archäologische Integrität soll erhalten bleiben. Das antike Bethanien wird in der Bibel zuweilen auch als Bethabara bezeichnet. Unter diesem Namen ist der Ort auch auf der berühmten Mosaiklandkarte in der st. Georgskirche im nahegelegenen Madaba dargestellt. die Siedlung Bethanien in der Johannes taufte, soll allerdings nicht mit dem Dorf Bethanien nahe Jerusalem verwechselt werden. Nach Fertigstellung der Ausgrabungsabeiten und nach Besuch des Papstes im März 2000 soll diese Taufstätte offiziell besucht werden köِnnen. Von Amman aus ist Bethanien bequem in 30 Autominuten erreichbar.

  

 AQABA 
 Die einmalige Unterwasserwelt am Roten Meer fasziniert Taucher aus aller Welt.
Im herrlich sauberen Wasser an der Küste des Roten Meeres im Süden Jordaniens liegt ein Korallenriff von unbeschreiblicher Schöِnheit, das Taucher aus aller Welt begeistert. Die hiesigen Riffe zählen schon seit langem zu den schöِnsten der Welt, und Aqaba gilt als eine der besten Tauchbasen überhaupt. Die Riffe verleihen den Gewässern eine bunte Palette sich verändernder Farben, eine überaus reiche Meeresfauna und- flora sowie eine besonders klare und weite Sicht unter Wasser.
Mit über hundert verschiedenen Korallenspezien, unzähligen Fischarten, Anemonen und Schalentieren und einem Klima, das zwischen angenehmen 20 bis 30º C schwankt, ist Aqaba ein Taucherparadies. Die weichen Korallen wachsen hier vor der jordanischen küste so schnell wie nirgends sonst auf der Welt, sie zeigen so leuchtende und spektakuläre Farben wie man sie sonst nirgends findet. Für die Tauchbegeisterten wurde ein neues Highlight geschaffen: das Wracktauchen. Ein künstliches Wrack liegt nur 12 Meter unter dem Meeresspiegel und ermöِglicht sogarAnfängern, einen Tauchgang dorthin zu wagen. Tauchbasen bieten Kurse und Tauchgänge für alle Stufen, vom Anfänger bis zum Profi. In Aqaba bestehen Übernachtungsmöِglichkeiten in allenKategorien.